Ich stolperte in den letzten Bücher mit der Thematik Ernährung mehrmals über den Begriff „Autophagie“. Und irgend etwas zauberhaftes hat dieser Vorgang an sich. Dem will ich nachgehen.
Bei der Begriffserklärung wird’s schon fast einwenig gruselig! Zumindest wenn ich Autophagie nachschlage, so begegne ich dem Titels dieses Blogbeitrages.
„Das Wort bezeichnet den Prozess in den Zellen, mit dem diese eigene Bestandteile abbauen und verwerten.“ Es wird innerlich aufgeräumt: „Dies reicht von fehlgefalteten Proteinen bis zu ganzen Zellorganellen.“1
Fehlgefaltete Proteine? Ein kurzer Exkurs hier…2
Zu den Proteinfehlfaltungs-Erkrankungen mit gain of toxic function (Gewinn der toxischen / schädlichen Funktion) zählen unter anderem folgende Erkrankungen:

Autophagie
Die Autophagie wird auch Autophagozytose genannt, was die Bemühung mir darunter etwas vorzustellen, nicht einfacher macht.
Wenn ich bei Orell Füssli das Stichwort „Autophagie“ eingebe, so werden mir 751 Buchtitel vorgeschlagen! Nun, ich begnüge mich mit der Literatur welche ich zur Zeit zur Hand habe und will mit dieser Aussage verdeutlichen, dass ich wohl nicht sehr in die Tiefe gehe. Dass wir am Ende dieses Blogbeitrages jedoch ein Grundverständnis über Autophagie besitzen.
Das Wort Autophagie hat also etwas Gutes an sich, wie zu Beginn dieses Beitrages erwähnt: Es bezeichnet den Prozess in Zellen, mit dem sie eigene Bestandteile, wie fehlgefaltete Proteine & weitere Abfallstoffe abbauen und verwerten. Autophagie dient zudem der Abwehr von Bakterien und Viren.
Tipp: Ein kurzer Einblick, in eine Sequenz der Tagesschau, bringt schnelle Erklärung auf die Wichtigkeit der Autophagie. (ab 15min. 30s.) 4
Ich will innerlich aufräumen… Wie begünstigen wir Autophagie?
Autophagie, der Prozess, bei dem Zellen beschädigte oder unnötige Bestandteile abbauen und recyceln, wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Zu den wichtigsten gehören:
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersport, fördert die Autophagie. Bewegung erhöht den zellulären Energiebedarf, was den Recyclingprozess aktiviert, um effizienter zu arbeiten.
- Fasten: Kurzzeitiges Fasten (z. B. Intervallfasten) und längeres Fasten können den Autophagie-Prozess besonders stark anregen. Insbesondere längere Fastenperioden führen zu einer erhöhten Zelleffizienz; je länger desto besser.
- Für eine ausgeprägte Autophagie ist eine Essenspause von 24h bis 72h notwendig!5 Aber auch bei kürzeren Pausen ist ein Anfang gemacht. (Trinken ist natürlich erlaubt, sofern nicht gezuckerter Fruchtsaft und dergleichen).
- „Fledermäuse werden viel älter als andere Wirbeltiere wie Vögel, die ähnlich groß sind. Wissenschaftler fanden heraus, dass die lange Fastenzeit der Fledermäuse im Winterschlaf die Autophagie, die Reinigung und Verjüngung der Zellen, ankurbelt.“6
- Beim Fasten schaltet der Körper in die Autophagie, eine Art Selbstverdauung nach dem Motto: „Wenn schon von aussen nichts Vernünftiges kommt, kann man ja mal sehen, was sich im Inneren an Verwertbarem so findet.“7
- Proteinrestriktion: Eine Reduktion der tierischen Proteinzufuhr kann die Autophagie fördern. (Siehe auch mTOR unter dem Titel „Was hemmt Autophagie?“)
- Koffein und Polyphenole: Bestimmte Inhaltsstoffe wie Koffein, Grüntee und Polyphenole (z. B. in Rotwein) haben eine nachweisliche Wirkung auf die Autophagie, indem sie den zellulären Reinigungsprozess unterstützen.
- Hormetische Stressoren: Leichter Stress auf den Organismus, wie durch Kälte- oder Hitzetherapie (z. B. Sauna oder Kältetherapie), kann ebenfalls die Autophagie anregen. Diese Art von Stress zwingt die Zellen, effizienter zu arbeiten und beschädigte Teile abzubauen.
- „Die Autophagie wird vor allem durch Fasten und Sport angekurbelt: Beides bedeutet letztlich Stress, Überlebensstress für die Zelle. Die Zelle aktiviert bei Stress Prozesse, die den sparsamen Umgang mit Ressourcen fördern; Abläufe werden optimiert“.8
Was hemmt Autophagie?
- Tierisches Protein: mTOR, die Steuerungszentrale für Wachstumsaufgaben dient der Vermehrung und Differenzierung von Zellen. Getriggert wird mTOR durch tierisches Protein, welches Bodybuilder zu sich nehmen. Es hat aber seinen Preis: mTOR führt zu Entzündungen im Körper und vernachlässigt den Reperaturprozess, die Autophagie.9 Einmal mehr lese ich, dass man besser auf pflanzliche Proteine setzen soll; in diesem Zusammenhang, um die Autophagie nicht zu hindern.
- Immer wieder etwas essen. Die Zellen sind stetig mit der Verdauung beschäftigt und haben keine Ressourcen zur Selbstreinigung, der Autophagie.
- Alle Umkehrungen der obigen Aufzählungen der Autophagie fördernden Punkte 1-5, wie etwa ein passiver Lebensstil.
Dieses Wissen eröffnet doch wiederum ganz neue Perspektiven. Ich stelle fest, langes Fasten ist Gewohnheitssache: Esse ich zum Abendessen kaum etwas, starte ich anderntags ungewollt viel früher in den Tag. 😉 … Nun, es muss ja nicht gleich eine ausgeprägte Autophagie angestrebt werden, doch es zeigt sich wieder mal, dass das zwischendurch Essen auch in diesem Bereich nichts Gutes an sich hat. Abgesehen von den vermehrten Kalorien, der Zuckerkurve,…
Viel Erfolg die Autophagie mit all seinen gesundheitsfördernden Aspekten im Alltag zunehmend einzubauen!
Wie gehst Du’s an? Ich denke, hier könnten wir mit Tipps voneinander lernen…
Herzliche Grüsse & alles erdenklich Gute, Karin
Habe ich etwas Wichtiges vergessen zu erwähnen? Hast Du eine Anmerkung, Korrektur, Ergänzung oder gar Themenvorschlag zur Recherche für einen zukünftigen Blog, so schreibe mir ohne zu zögern!
Quellen:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Autophagozytose aufgerufen am 27.9.2024 ↩︎
- „Fehlgefaltete Proteine“ werden normalerweise vom Körper erkannt und abgebaut. Schlägt dieser Abbau fehl, kommt es zu Proteinansammlungen, die je nach Protein verschiedene Erkrankungen auslösen können. ↩︎
- Tabelle Proteinfehlfaltung mit Main of Toxin Funktion auf Wikipedia, aufgerufen am 28.9.2024 ↩︎
- Medizin-Nobelpreis an Japaner, Tagesschau 3.10.2016 (Thema Autophagie ab Min. 15min 30sek.) ↩︎
- Dr. Med. Yael Adler (2023); Genial Vital! Seite 352 ↩︎
- Dr. Prof. Med. Andreas Michalsen (2024) Ernährung. Meine Quintessenz, Seite 299 ↩︎
- Dr. Med. Yael Adler (2023); Genial Vital! Seite 49 ↩︎
- Dr. Prof. Med. Andreas Michalsen (2024) Ernährung. Meine Quintessenz, Seite 305 ↩︎
- Dr. Prof. Med. Andreas Michalsen (2024) Ernährung. Meine Quintessenz, Seite 187 ↩︎
Weiterführende Literatur:
- Autophagie: „Selbstverstümmelung“ als Überlebensstrategie; Das Ärzteblatt
- Länger leben durch Fasten?; National Geographic

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